Wie kann man Kindern den Umgang mit Geld beibringen?

Ein Junge der Interesse am Umgang mit Geld hat?Wie kann man eigentlich den Kleinen das wichtige, doch leider so komplexe Thema Geld näher bringen? Schaut man auf die Lehrpläne in diesem Land, sucht man ein Fach namens „Finanzen“, „Geld“ oder „Vermögensaufbau & Absicherung“ vergebens.

Egal ob nun Grundschule oder weiterführende Schulen: den Umgang mit Geld lernen Kinder dort in der Regel abseits der einfachen grundlegenden Rechenarten nicht.

Wie also kann man als Elternteil den Sprösslingen beibringen, wie man Geld spart, es erfolgreich anlegt und warum überhaupt all‘ das Sinn machen könnte. Wie man spielerisch Kindern Umgang mit Geld beibringen kann, soll dieser Artikel darstellen. Dabei ist es Ziel gewesen die verschiedenen Möglichkeiten anzureißen.

Selbstverständlich sind weitere Tipps und Hinweise – zum Beispiel in den Kommentaren – sehr gerne erwünscht.

Der erste Weg: Lernen aus Büchern

So muss man nur einmal den Weg in die lokale Buchhandlung suchen und wird dort schon einmal mit etwas Glück die ein oder anderen speziell auf dieses Thema zugeschnittenen Bücher finden. Ein solches könnte etwa eines der Schäfer Bestseller sein (Stichwort: „Ein Hund namens Money“).

Sicher sind Bücher ein gangbarer Weg, jedoch sind sie oftmals trocken und Dank des finanztechnischen Fachchinesisch gerade für Kinder leider nur schwer verständlich.

Überhaupt müssen die Kleinen dafür natürlich auch erst einmal lesen können. Deshalb empfiehlt sich kindgerechte Finanzliteratur wohl für die Allermeisten erst ab der etwa 5. oder 6. Klasse – wenn überhaupt schon in diesem Stadium. Erschwerend kommt hinzu, dass nur im seltensten Falle Bücher – dazu über dieses komplexe und wichtige Thema der Geldanlage – kindgerecht aufbereitet und spannend gestaltet sind.

Von dieser Art der Ratgeber gibt es leider nur sehr wenige. Der Grund dafür ist wohl schlicht und einfach  in der Größe des potentiellen Marktes zu suchen. Dieser ist vermutlich wohl einfach zu klein, als das es sich für viele Autoren lohnen würde, ein Buch zu genau dieser Nische: Kinder & Finanzbildung zu verfassen.

Spiele zum Erlernen des Geldumgangs

Cashflow - Das SpielGibt es also zum klassischen Lernen aus Büchern noch eine Alternative? Ja die gibt es: und zwar könnte man dem Sohn oder der Tochter das Thema Vermögensaufbau und investorischer Umgang auch auf spielerischer Art und Weise näher bringen.

Ein solches Spiel wurde hier im Blog sogar schon einmal vorgestellt. Es trägt den Namen Cashflow 101.

Um es abzukürzen: ja speziell mit diesem Spiel kann man etwas älteren Kindern durchaus den intelligenten Umgang mit Geld näher bringen.

Allerdings füllt man im Zuge dessen vor allen Dingen zunächst den Geldbeutel des Erfinders.

Denn: selbst heute, einige Jahre nach der Veröffentlichung des Spiels, werden etwa bei Amazon immer noch knapp 200 (!!) Euro dafür verlangt. Leider wohl für die allermeisten Leser hier viel zu viel – zumal das Spiel wohl aufgrund der schönen Idee, nicht aber bezüglich der Verarbeitungsqualität punkten kann.

Zudem: das Spiel Cashflow ist für Kinder ab geschätzten 8 bis 9 Jahren erst spielbar.

Problematisch sind in deutlich jüngeren Jahren einmal natürlich das fehlende Regelverständnis sowie zum anderen die Spielfiguren die leicht verschluckt werden können. Das ist, das sollte man dazu sagen, jedoch natürlich alles kein Problem, sofern das Kind schon alt genug ist.

Der persönliche Weg: Reden über Geld

Abseits von Büchern und speziellen Geld-Lern-Spielen gibt es noch einen anderen wohl sehr vielversprechenden Weg, wenn man es denn richtig anpackt. Und zwar natürlich das persönliche Gespräch über Geld und den Wert des Geldes.

Alles fängt mit dem Taschengeld und alltäglichen Situationen wie dem Einkauf im Supermarkt an. Nehmen Sie hierhin ihr Kind mit und zeigen Sie, dass Geld ein Tauschmittel ist. Für kleine Münzen erhält man unter Umständen etwas größeres. Zwei kleine Cent Münzen sind weniger wert als ein Euro-Stück. All diese Fakten sind in Kinderaugen zu Recht längst nicht selbstverständlich.

Den Wert, den Geld beim Ausgeben darstellt ist die eine Sache, wichtiger und interessanter – oft aber leider vernachlässigt – ist die andere Seite von Geld: die Funktion als Anlagegut. Eine super Aktion etwa wäre es, den oder die Kleinen doch einfach mal zu einem Besuch zur heimischen Bank oder Sparkasse mitzunehmen.

Vielleicht zeigt ja sogar einer der Angestellten (Tipp: Termin absprechen!) den Tresor.

Vielfach bieten Banken auch eine Hülle und Fülle an hübsch gestalteten Flyern (allerdings natürlich leider nicht allzu neutral) an, die im Detail erklären wie etwa ein Konto funktioniert.

Es lohnt sich zum Beispiel das Konto als etwas ganz besonderes darzustellen, denn schließlich bekommt auf dieses Geld Zinsen, also noch mehr Geld – wenn man sich nichts kauft – ausgezahlt.

Kinder müssen sich all diese Dinge bildlich vorstellen können um sie zu verstehen. Zugegeben: andernfalls ist ein abstraktes, technisch & virtuell geführtes Konto auch nicht zu verstehen. Selbst Erwachsene verstehen es ja teilweise nicht einmal.

Insofern bietet es sich folgenden nicht ganz so geheime Geheimtipp an: verbildlichen Sie die Geldanlage. Ein Bild im Kopf sagt mehr als tausend Worte.

Bilder für Geldanlage? Wo gibt es denn so etwas? Nun, jeder wird doch schon einmal in ein Sparschwein eingezahlt haben, oder? Das ist das Konto…

Ein weiterer Weg den Geldumgang näher zu bringen, ist die Einbeziehung in den alltäglichen Finanzstrom. Was kostet der Strom eigentlich? Woher kommt eigentlich das Geld auf dem Konto? Wie funktioniert das mit der EC-Karte? Es gibt zahlreiche Dinge zu entdecken.

In der Praxis lernen die Kinder und aller spätestens Jugendlichen den Umgang dann schließlich mit einem eigenen Taschengeldkonto. Dieses eigenverantwortlich führen zu lassen sollte man jedem Kind auch wirklich einräumen.

Nur so erfährt es am eigenen Leib, wie sich der Kontostand aufgrund welcher Transaktionen ändert und wann man besser sparen sollte. Es genügen schon kleine monatliche Beiträge, die per Dauerauftrag eingezahlt werden.

Noch besser ist vielleicht sogar in der erste Zeit des „Taschengeldneulings“, dass das Geld in bar „ausgezahlt“ wird und so dann auf ein Jugendkonto nach Wahl eingezahlt wird. Das nimmt zum großen Teil den Effekt, dass der auf dem Bildschirm oder Kontoauszug gedruckte Wert nur als bloßer Buchwert gesehen wird.

Aktien statt Niedrigzinsen

Ist das Kind alt genug (=10 Jahre aufwärts), kann man auch mal darüber nachdenken, den Aktienmarkt etwas näher zu erklären. Wie funktioniert das mit den Aktien eigentlich?

Und wäre es nicht eigentlich schlauer, wenn der oder die Kleine statt der neusten Jacke der beliebten Modemarke, das Geld nicht besser in die Hand nimmt, und gleich das Unternehmen (anteilig) kauft?

Wer an dieser Stelle Verständnis und Interesse weckt, hat hinsichtlich des Umgangs mit Geld schon viel gewonnen. Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit wird der frische und stolze Aktienbesitzer – Dividenden und gute Kursentwicklung vorausgesetzt – auch in Zukunft weiterhin interessiert am Ball bleiben.

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