Tagesgeldkonto für Kinder – macht das Sinn?

Mit dem Sparen auf einem Tagesgeldkonto für Kinder kann man nicht früh genug anfangen. Einfachste Hilfsmittel zum Sparen sind sicher kindgerechte Spardosen, jedoch, das dürfte klar sein, werfen diese keine Zinsen ab und die weiter weg wohnenden Oma und Opa können nicht ohne weiteres etwas in bar verschenken.

Tagesgeldkonten eigenen sich auch super zum regelmäßigen Sparen. Monat für Monat können die Eltern einige Euro überweisen, was sich über die Zeit zu netten Beträgen summieren dürfte. Nicht selten erhält das mit dem 18. Lebensjahr dann schließlich erwachsene Kind/Jugendliche das Tagesgeldkonto vollends überschrieben und damit die Verfügungsmacht über oftmals eine nette Geldsumme.

Attraktive Zinsen für die Tagesgeldkonten der Kleinen

Dafür, ein Tagelsgeldkonto für Kinder früh anzulegen sprechen aber auch rationale rein wirtschaftliche und nicht nur ideele Gründe: die Banken ködern oftmals für die Kleinsten mit auch bei der zurzeit schlechten Zinslage für Sparer mit doch recht ansehnlichen Angeboten, die man in der Angebotpalette an Konten für Erwachsenen (leider) vergeblich sucht. Jeder der mal einen Blick auf den aktuellen Zinssatz seinen Sichteinlagenkontos geworfen hat, wird wissen wovon die Rede ist.

Tagesgeldkonto für Kinder: das moderne SparschweinBei Tagesgeldkonten für Kinder ist das jedoch derzeit noch nicht unebdingt der Fall. Natürlich sind auch in diesem Segment 5% Zinsen p.a. passé (jedenfalls im Jahr 2014). Allerdings wissen die Banken natürlich, dass es sich bei den Kindern um gute Kunden von Morgen handelt und so sind sie dann auch bereit einen schönen Zinsaufschlag auf niedrige Sparsummen anzubieten. Oftmals werden in den heimischen Volksbanken und Sparkassen „nur“ Einlagen bis max. 500€ attraktiv verzinst (wie auch diverse Direktbanken mit Tagegeldkonten).

Einfach die Kleinen als „Strohmänner“ vorzuschieben geht also nicht. Das sollte aber auch natürlich grundsätzlich nicht so sein. Denn ein Tagegeldkonto legt man grundsätzlich ja ganz bewusst für die Kleinen an, damit sie den Umgang mit Geld und das Sparen kennen lernen. Wer ordentlich spart, soll dank der Tagesgeldangebote speziell für Kinder auch entsprechend belohnt werden. Mit den ersten selbst erwirtschafteten Zinsen ist dann vielleicht auch schon einmal ein Eis drin – oder aber es wird eisern weiter gespart. Übrigens: wer eigenes Geld unter dem Etikett „Kinderkonto“ anspart und eventuelle Freibeträge in Anspruch nimmt, könnte Ärger mit dem Finanzamt bekommen. Leider passiert das nicht gerade selten.

Darauf ist zu achten

Klar ist, dass man mit einem Tagesgeld Konto für Kinder eigentlich nichts falsch machen kann. Die Kosten liegen in der Regel bei 0 €, und die Zinsen sind auch in Zeiten der aktuellen Niedrigzinsphase im Vergleich zu anderen Produkten wie angesprochen zumindest einigermaßen attraktiv (auch wenn leider derzeit meist nicht einmal die Inflationsrate erreicht wird). Auf einige Dinge kann man dennoch sehr gut achten.

Die Eröffnung: nur mit Einwilligung der Eltern

Empfehlenswert ist das Führen des Kontos auf den Namen des Kindes von Beginn an. Andernfalls wird man übrigens auch nur in den seltesten Fällen von den angesprochenen Sonderkonditionen der Banken profitieren können. Wie die Eröffnung konkret funktioniert ist leider von Bank zu Bank verschieden. Exemplarisch deshalb dafür die Eröffnung eines Junior Tagesgeldkontos bei der Direktbank ING-DiBa:

  1. Extra-Konto Junior beantragen (online oder per Post Antrag zusenden lassen)
  2. Daten des Minderjährigen sowie gesetzlicher Vertreter angeben
  3. Vertrag ausdrucken, unterschreiben und absenden

Bei der Post nimmt man sodann am sogenannten Post-Ident Verfahren teil, wie man es auch von der „ganz normalen“ Eröffnung von Tagesgeldkonten kennt. Welche Unterlagen im konkreten Fall beizulegen sind, ergibt sich bei der ING-DiBa aus einer auf Grund der eingegebenen Daten angezeigten einfachen Checkliste. Meist nimmt man schlicht seinen Personalausweis, Vollmachten oder Geburtsurkunden mit zur Post. Das war es dann auch schon – eine einmalige Prozedur.

Die „Bewirtschaftung“ des Kinderkontos

Ist das Kinder-Tagesgeldkonto einmal eröffnet, funktioniert die Verwaltung ganz normal wie von den „Erwachsenenkonten“ bekannt. Man erhält eine Kontonummer, auf die man von normalen Girokonten aus überweisen kann. Das könnte zum Beispiel der monatliche Dauerauftrag der Eltern in der Höhe des Taschengeldes sein. Aber auch Oma und Opa können ganz einfach Geld überweisen.

Eine Besonderheit dieses Kontotyps ist übrigens, dass er regelmäßig lediglich auf Guthabenbasis geführt wird. Bei Minderjährigen sind nämlich sowohl von der Bank als auch von den Eltern unter Umständen die besonderen Bestimmungen über Minderjährige im BGB in den §§ 106ff. zu beachten. Einfach gesagt dürfen dem Minderjähgien in erster Linie nur rechtliche Vorteile zukommen lassen. Soll etwas zum Nachteil des Minderjährigen verfügt werden, wird es schon verzwickter.

Wer schlicht ein Konto für das eigene Kind anlegt um dieses zu besparen wird allerdings in der Regel keine Probleme bekommen. Im Zweifel, insbesondere wenn besondere Transaktionen anstehen, sollte man Kontakt zur Bank für eine ausführliche Beratung aufnehmen.

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