Das ING-DiBa Depot: ein Testbericht

Seit nunmehr geschätzten etwa zwei Jahren benutze ich das sogenannten Direkt-Depot der ING-DiBa. Die ING-DiBa ist, das dürfte allen Lesern hier bereits bekannt sein, eine der größten Direktbanken in Deutschland, die aufgrund des entfallenden Filialnetzes besonders günstige Konditionen anbieten kann.

Mit diesem Testbericht möchte ich gerne Interessierten eine Hilfe an die Hand geben, das ING-DiBa Depot zu eröffnen, oder eben nicht zu eröffnen.

Die Konditionen des ING-DiBa Depots

Eines der wichtigsten Attribute bei jedem Onlinebroker sind natürlich die Konditionen. Hier kann die ING-DiBa mit dem Direkt Depot punkten. Als ich damals von der ehrwürdigen Volksbank (5 Euro Limitgebühren für mich damals!) zur ING-DiBa gewechselt bin, habe ich das vor allen Dingen wegen der Preisgestaltung der ING-DiBa getan.

Man bekommt das ING-DiBa Direkt-Depot kostenlos, heißt man zahlt keine Depotführungsgebühren, außerdem erhält man dazu ein Verrechnungskonto. Das Extra-Konto (Tagesgeldkonto) ist auch als Bonbon noch recht gut verzinst (z.Zt. 2,0 % p.a.).

Über 100 Fons können bei der ING-DiBa als Sparplan (ab 50 Euro monatlich) bespart werden. Das ist vor allen Dingen eine gute Sache für junge Sparer. Diese können schon mit geringen Beträgen auf die Dauer etwas bewegen. Außerdem bietet die ING-DiBa bei zahlreichen Investmentfonds einen bis zu 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an.

Man kann sich gar nicht so recht vorstellen, was das in 30 Jahren für einen Unterschied macht! Das Handeln mit Wertpapieren kostet bei der ING-DiBa 0,25 % vom Kurswert. Mindestens aber 9,90 Euro, maximal 49,90 Euro. Klar, mit 9,90 Euro liegt die ING-DiBa nicht am untersten Ende der Gebühren Tabelle (dabei ist noch Flatex), aber ist dennoch recht günstig. Wer größere Volumen tradet, ist mit max. 49,90 Euro Provision für die ING-DiBa gut bedient.

Der Login Bereich des Direkt-Depot

Wichtig ist für aktive Börsianer auch immer das Interface mit dem gehandelt wird. Deshalb hier auch einige Sätze zum Login des Depot Bereichs bei der ING-DiBa. Zusammengefasst lässt sich schon einmal sagen, dass das Depot zwar rudimentär aber doch effektiv für Langfristinvestoren ist. Daytrader werden wohl mit einer Stand-Alone Lösung glücklicher.

Zum Einloggen verlangt die ING-DiBa die Depotnummer sowie die dazugehörige PIN. Danach muss man nochmal eine Sicherheitszahl eintippen – wobei nur zwei Stellen von insgesamt sechs fehlen. Diese variieren immer wieder, was möglichen automatisierten Attacken das Leben erschweren dürften.

Weiter geht es in diesem Testbericht mit der Übersicht des ING DiBa Depots. Auf der Startseite, wie sollte man es anders erwarten, wird man zunächst begrüßt und bekommt die aktuellen Kontostände des Depots und Tagesgeldkontos angezeigt.

Man bekommt hier auf den ersten Blick einen wirklich guten Überblick, was nicht zuletzt am aufgeräumten Design liegt. Aktuelle Sonderaktion für Kunden werden ebenfalls angezeigt. In diesem Fall 50 Euro für ein Girokonto.

Es finden sich aber auch immer wieder einige nette Sparplan Aktion nach dem Motto: „Richten Sie für mindestens 2 Monate einen Sparplan über mind. 100 Euro für Ihr Extra-Konto an und wir schenken Ihnen 10 Euro„.

Solche Aktionen nimmt man natürlich gerne mit. Dann spart man sich halt ein paar Mal die normale Einzahlung ins Verrechnungs-Tagesgeldkonto und legt statt dessen einen kostenlosen Sparplan in Form eines Lastschrifteinzugs an…

Neben solchen Aktionen bekommt man zudem eine Übersicht über den Posteingang. Alle Abrechnungen über Käufe, Verkäufe, Abschlüsse, Dividenden etc. sind hier zu finden. Hat man sich eine Nachricht angeschaut erscheint diese auch nicht mehr auf der Startseite. Praktisch.

Anzeige der Depotbewertung

Weiter geht es mit der Anzeige der Depotbewertung; sprich der Anzeige „wo stehen meine Aktien?“. Die ING-DiBa liefert hier einen einfachen Überblick über alle Werte im Depot. Mit einem Klick kann man weitere Werte der gleichen Gesellschaft kaufen oder natürlichlich verkaufen.

Im Einstandskurs werden stets die gezahlten Gebühren mit eingerechnet. Praktisch, da man so ein unverwässtertes Ergebnis bekommt. Auf Realtime Kurse verzichtet die ING-DiBa in dieser Übersicht aber. Eigentlich schade, es werden nur die Schlusskurse des vorherigen Handelstages angezeigt. In meinem Fall befinden sich im Moment nur zwei Werte im Depot:

Die Sache mit den Limit-Orders bei der ING-DiBa

Ich setze immer und überall Limits. Und dafür ist die ING-DiBa eine wirklich gute Bank. Wie eingangs beschrieben hatte ich nun wirklich keine Lust je gesetzem Limit 5 Euro zu zahlen – wohlgemerkt unabhängig davon, ob dieses ausgelöst wurde oder nicht. Beim Direkt-Depot ist Vormerkung / Änderung / Streichung eines Limits KOSTENLOS! Eine tolle Sache um die richtigen Einstiegskurse zu erwischen und auch mal automatisiert die Reißleine zu ziehen.

Besonders schön ist auch der recht neue Limittyp, Dynamik Stop Loss, welcher aber leider nur an momentan wenigen Börsenplätzen zur Verfügung steht. Mit dem Dynamic Stop Loss ist es (ebenfalls kostenlos) möglich, Stop Loss Kurse automatisch an den steigenden Kurs anzupassen. Das heißt, will man Gewinne mitnehmen und kann aber noch einen kleinen Rücksetzer verkraften, ist dieses „Werkzeug“ das Limit erster Wahl.

Der ING-DiBa Kundenservice

Wegen einer verbummelten TAN Liste und einer anderen kleineren Nachfrage hatte ich erst zwei Mal Kontakt zu einem Ansprechpartner bei der ING DiBa, beide Male bin ich aber nicht enttäuscht worden – im Gegenteil. Nicht wie bei anderen Seiten, ist der Link „Kontakt“ ganz gut sichtbar auf jeder Seite im oberen Bereich angebracht.

Entweder kann man die ING-DiBa per Post, E-Mail oder Telefon erreichen. Gerade letzteres ist zu empfehlen. Die Hotline ist 24 Stunden am Tag an allen Tagen im Jahr geschaltet.

Man erreicht so wohl immer einen Herrn oder Dame vom Kundenservice. Pro Anruf zahlt man aus dem Festnetz 6 Cent pro Anruf. Vor ausufernden versteckten Kosten muss man also keine Angst haben.

Mein Fazit zum Direkt-Depot

Auch wenn die Verfügbarkeit rund um die Uhr gegeben ist, liegt im Kundenserivce – das jedoch je nach Betrachterweise – das größte Manko der ING-DiBa. Die Bank ist nun einmal eine reine Direktbank ohne angebundene Filialen.

Wer also zunächst auf einen persönlichen Kontakt verzichten kann (bei steigenden Vermögen wird es einen persönlichen Ansprechpartner wohl auch bei der ING-DiBa geben), mehr Wert auf gute und günstige Konditionen und ein insgesamt sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis legt, der liegt bei der ING-DiBa goldrichtig.

Besonders das Fondssparen (neuerdings auch teilweise ETFs) macht Spaß – wenn man einen 100% Rabatt von der ING-DiBa bekommt. Ich kann in der Folge das ING-DiBa Depot nur empfehlen.

Negativ

  • keine Realtime Push-Kurse in der Depotbewertung
  • Depot ist nicht per Klick „analysierbar“

Positiv

  • kostenlose Depotführung
  • kostenloses Setzen von Limits
  • viele Rabatte auf Ausgabeaufschläge
  • gut verzinstes Verrechnungs-Konto
  • Kundenservice 24/7 telefonisch erreichbar

Stand: 23.12.2010 Ein Gastbeitrag (von Ralf W. – keine Gewähr für eventuelle sachliche Fehler -)

2 Kommentare… add one
  • Andrea 20. Jan 2011, 1:19 am

    Zitat: „Das Extra-Konto (Tagesgeldkonto) ist auch als Bonbon noch recht gut verzinst (z.Zt. 2,0 % p.a.).“

    Das gilt aber nur für Neukunden einige Zeit lang. Wer schon länger dabei ist, bekommt mittlerweile nur 1,3 %.

    Bis vor einem Jahr hatte die ING Diba auch noch Kontoauszüge per Post verschickt – heute muss man sie online abrufen und bei Bedarf selbst ausdrucken.

  • admin 21. Jan 2011, 3:46 pm

    Das stimmt. Mea Culpa. Wer ein reines Tagesgeldkonto braucht, sollte immer zum jeweils zinsträchtigsten Anbieter wechseln.
    Eine kleine Übersicht dazu hier:
    https://www.finanzabank.de/tagesgeldkonten-vergleich/

Meine Meinung dazu!